Oberstes Ziel in der Kunst des Karate ist weder Sieg noch Niederlage, sondern liegt in der Vervollkommnung des Charakters des Ausübenden.

Gichin Funakoshi

Gichin Funakoshi (1868-1957) ist der Begründer des modernen Karate. Geboren wurde er auf der Insel Okinawa, die heute zu Japan gehört. Beim BTW Bünde unterrichten wir die Karate-Stilrichtung Shotokan. "Shôtôkan" war die Türinschrift von Funakoshis Karate-Schule in Tokyo (Shôtô = Funakoshis Künstlername, Kan = Haus/ Tempel); das traditionelle Symbol des Shotokan-Stils ist der Tiger. Charakteristisch im Shotokan sind dynamische, kraftvolle, schnelle Techniken, die sich - gut trainiert - ideal auch zur Selbstverteidigung nutzen lassen.

1949 gründeten einige Schüler von Funakoshi die Japan Karate Association (JKA). Die jungen Karateka wollten nach fairen Regeln sportlich miteinander kämpfen, dazu richtete die JKA nationale und internationale Turniere aus und entsandte Karatemeister in alle Himmelsrichtungen. Es war der Beginn der weltweiten Expansion des modernen Karate. Gleichzeitig mit dem sportlichen Erfolg verbreiteten sich auch fernöstliche Traditionen und Verteidigungsstrategien sowie Weisheiten, Philosophien und gesundheitsfördernde Übungen.

Anders als seine Schüler hat sich Funakoshi nie mit dem sportlichen Wettkampf angefreundet. Stattdessen ging es ihm um die positive Charakterbildung des Menschen durch die Kampfkunst. Dazu stellte er zwanzig Shōtō-Niju-Kun (Verhaltensregeln, Grundprinzipien) auf.

1.
Karate beginnt mit rei und endet mit rei.
(rei bedeutet: Respekt, Höflichkeit)

2.
Im Karate gibt es kein Zuvorkommen.
(Im Karate gibt es keinen ersten Angriff.)

3.
Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit.

4.
Erkenne dich selbst zuerst, dann den Anderen.

5.
Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik.

6.
Lerne, deinen Geist zu kontrollieren, und befreie ihn dann von Unnützem.

7.
Unheil entsteht durch Nachlässigkeit.

8.
Karate ist nicht nur im Dojo.

9.
Die Ausbildung im Karate umfasst Dein ganzes Leben.

10.
Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate, das ist der Zauber der Kunst.

11.
Wahres Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig wärmst.

12.
Denke nicht ans Gewinnen, doch denke darüber nach, wie du nicht verlierst.

13.
Wandle dich, abhängig von deinem Gegner.

14.
Der Kampf hängt von der Handhabung deiner Treffsicherheit ab.

15.
Stelle dir deine Hand und deinen Fuß als Schwert vor.

16.
Wenn man das Tor der Jugend verlässt, hat man viele Gegner.

17.
Das Einnehmen einer Haltung gibt es beim Einsteiger, später gibt es den natürlichen Zustand.

18.
Übe die Kata korrekt, der echte Kampf ist eine andere Angelegenheit.

19.
Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell, alles in Verbindung mit der richtigen Atmung.

20.
Denke immer nach und versuche dich ständig am Neuen.

Quelle: Wikipedia

Weltweit

Heute ist die World Karate Federation (WKF) die weltgrößte Karateorganisation, in der Shotokan und weitere Karate-Stilrichtungen unter einem gemeinsamen Dach internationale Wettkämpfe austragen. Der Deutsche Karate Verband (DKV) ist mit seinen Landesverbanden (u.a. Karate-Dachverband Nordrhein-Westfalen) die nationale Mitgliedsorganisation in der World Karate Federation.

Olympia

Nur der Deutsche Karate Verband ist vom Deutschen Olympischen Sportbund als Vertreter des Karate in Deutschland anerkannt und darf Sportlerinnen und Sportler beispielweise zur Olympiade entsenden. Bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo werden erstmals deutsche Karate-Kämpferinnen und -Kämpfer mit dabei sein! Und wer weiß, vielleicht schafft es irgendwann auch jemand aus Bünde bis ins Olympiakader und sogar aufs Siegerpodest...